Project Update: "Kakao, Bäume und Klimaschutz"


Mit dem Projekt „Cocoa, Trees and Climate Action“ unterstützt Stella Bernrain gemeinsam mit der Kooperative Norandino Kakaobäuerinnen und -bauern in Peru dabei, ihre Produktionssysteme klimaresilienter und widerstandsfähiger zu gestalten. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Förderung der dynamischen Agroforstwirtschaft, gute landwirtschaftliche Praktiken und die Verbesserung der Nachernte Prozesse. Ziel ist es, diverse Agroforstsysteme zu etablieren, die Biodiversität fördern, Kohlenstoff binden und langfristig Einkommen und Qualität verbessern – als Beitrag zu einer nachhaltigen und entwaldungsfreien Kakaolieferkette.

Meilenstein: Erste dynamische Kakao-Agroforst Demonstration Plots installiert

Ein wichtiger Schritt im Projekt wurde in der Woche vom 30. November bis 5. Dezember 2025 umgesetzt: Gemeinsam mit Fortunato von Ecotop – einem erfahrenen Kakaobauer und Agroforst-Experten aus Bolivien – wurden die ersten zwei dynamische Kakao-Agroforst Demonstration Plots installiert.
Die Demonstrationsflächen befinden sich in den Gemeinden Chiangos und Aguas Turbias in der Provinz Amazonas, im Sourcing District Cinco Ríos. Beide Flächen liegen auf dem Land lokaler Bauern: In Chiangos wurde mit Jhonis Santos Romero, in Aguas Turbias mit Mauro Meja Gómez gearbeitet.
Diese DAF-Plots sind mehr als Anbauflächen – sie sind Lern- und Experimentierplattformen, auf denen Bauern und Agrartechniker von Norandino gemeinsam verschiedene dynamische Agroforstansätze Ansätze ausprobieren und an lokale Bedingungen anpassen können.

Erstellung eines DAF Feldes in einer jungen Kakoplantage


Vorbereitung des Pflanzmaterials.

Fortunato erklärt, wie Bananenstauden gepflanzt werden müssen.  


Das Pflanzteam mit den Landwirten, den Technikern von Norandino und Fortunato in Chiangos.

Was macht Dynamische Agroforstwirtschaft (DAF) konkret aus?

Dynamische Agroforstwirtschaft (DAF) ist eine Anbaumethode, die sich an der Struktur und Dynamik eines natürlichen Regenwaldes orientiert. Statt Kakao in Monokultur anzubauen, werden viele verschiedene Pflanzenarten in mehreren „Schichten“ kombiniert: von bodennahen Kulturen über Fruchtbäume bis hin zu Schatten- und Edelhölzern. Dadurch entsteht ein System, das Licht, Wasser und Nährstoffe effizienter nutzt, die Biodiversität fördert und Kakao besser gegen Hitze, Trockenstress und Krankheiten schützt. Ein zentraler Bestandteil ist zudem das aktive Management: Begleitpflanzen werden regelmäßig zurückgeschnitten, und die Biomasse bleibt als Mulch auf dem Boden damit Humus entsteht, der Boden feucht bleibt und Nährstoffe im Kreislauf gehalten werden.

Wie wurde DAF im Projekt umgesetzt?

Bei der Installation der Demonstrationsflächen wurden verschiedene Elemente kombiniert, die die Böden schützen, Nährstoffe aufbauen und schnell Nutzen bringen:

  • Bananen (Suckers) wurden als schnell wachsende Begleitkultur gepflanzt, um Schatten und kurzfristige Erträge zu schaffen.
  • Zusätzlich kamen Schattenbaum-Setzlinge in die Felder – ein zentraler Baustein für langfristige Klimaanpassung.
  • Begleitend wurden Canavalia-Samen eingebracht – eine Leguminose, die zur Bodenverbesserung beiträgt.

Besonders spannend: In Aguas Turbias wurde ein Plot auf Brachland installiert – ohne das Abbrennen der Biomasse. Stattdessen wurde die Vegetation nur geschnitten und bleibt als organischer Mulch auf dem Feld liegen. So dient sie als langfristige Nährstoffquelle, während sie langsam verrottet.

Die Canavalia-Samen, die zusammen mit den Bananen und Schattenbäumen gepflanzt wurden.


Die zweite DAF-Versuchsfläche wurde auf Brachland angelegt, ohne die Biomasse zu verbrennen. Die nachgewachsene Vegetation wurde einfach abgeschnitten und dient nun als Langzeitdünger, während sie langsam auf dem Feld verrottet.


Das Team Aguas Trubias.


Fortunato pflanzt Setzlinge in den Mulch.

Pflanzen von Schattenbaumsetzlingen auf dem Kakaofeld.


Bananensetzlinge, bereit zum Einpflanzen auf dem DAF-Feld.


Vorbereitung der Bepflanzung im Mulch, der aus organischem Material besteht, das zuvor auf der Brachfläche angebaut wurde.

Gemeinsam lernen für resiliente Kakao-Lieferketten

Die die Pflanzung der Demonstrationsfelder wurde als Teamarbeit realisiert: Farmer, agrartechnisches Personal von Norandino und Fortunato arbeiteten Seite an Seite auf den Flächen.
So entsteht ein praxisnaher Lernprozess, bei dem die Bauern ihre Erfahrungen und Prioritäten aktiv einbringen und die Agroforstsysteme gemeinsam an lokale Bedingungen angepasst werden. So wird das Wissen vor Ort verankert und die Motivation für eine langfristige Umsetzung gestärkt.

Ausblick

Die neuen Demonstrationsflächen bilden die Basis für weitere Schulungen und einen intensiven Lernprozess in den Communities. In den kommenden Monaten wird dokumentiert, wie sich die Systeme entwickeln, wie sie sich auf Boden, Schatten, Erträge und Resilienz auswirken, sowie welche Ansätze die Bauern selbst langfristig übernehmen möchten.

Vielen Dank an alle Kunden und Partner, die dieses Projekt möglich machen!

Autor
Manuel Holzer
Leiter Nachhaltigkeit